Feuerwehr-Rettungsgasse | Fire&Fight Streetwear
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Die Rettungsgasse – es könnte so leicht sein!

(Vorsicht Sarkasmus)

Einst in der deutschen Straßenverkehrsordnung als „Freie Gasse“ und später von der österreichischen StVo als die heute bekannte „Rettungsgasse“ benannt. Ein großes Mysterium der Fahrphysik im Autoland Deutschland. Im Augenblick der Entstehung eines Staus, scheinen viele Autolenker plötzlich einen beidseitigen Muskelkrampf in den Armen zu erleiden. Die sanfte nach rechts oder links Steuerung mittels Nutzung des Lenkrads, ist schlagartig nicht mehr möglich. Vielleicht ist es auch die Erschöpfung der Arme und somit eingeschränkte Leistungsfähigkeit für weitere Lenkbewegungen, weil alle Kraft in den Beinen, zum Abbremsen des Fahrzeugs verbraucht wurde. Von gemütlichen 250 km/h auf Tempo 0 kann schon mal anstrengend sein. Und es soll Autofahrer geben, die sich bei einem Stau sofort mental vom Straßenverkehr verabschieden und alle Aufmerksamkeit ihrem Smartphone widmen. Letzteres wurde noch nie bewiesen und das Internet ist ja bekanntlich für uns alle Neuland.

Und welcher Feuerwehrmann oder welche Feuerwehrfrau kennt es nicht? Ein überforderter Bürger empfängt uns Retter in überschäumender Ungeduld an der Unfallstelle mit den Worten „Wo bleibt ihr denn so lange?“. Das Smartphone in der einen und die glühende Kippe in der anderen Hand. Eine „Erste Hilfe“ App konnte mangels Akkuleistung nicht geöffnet werden, da man vor unserem Eintreffen die gesamte Situation ersteimal filmen musste. Das letzte bisschen Akku wurde dann noch zum hochladen auf dem eigenen YouTube Kanal verbraucht. Man sagt heute wohl auch nicht mehr „Erste Hilfe“, sondern „Erste Aufnahme“.

Hat der Bürger nicht auch ein bisschen recht? Vielleicht sollten wir uns einfach wirklich mehr beeilen. Nicht mehr so trödeln im Alarmfall. Ein Umdenken sollte stattfinden. Müssen wir immer erstmal unser Bier im Gerätehaus noch gemütlich austrinken? Oder auf die Extra Runde durch die Ortschaft mit Blaulicht und Martinshorn verzichten? Wobei die Alarmfahrten doch immer so viel Spaß machen. Könnte man den Liebesakt nicht einfach unterbrechen wenn der Piepser geht, anstatt es noch genüsslich zu Ende zu bringen? Es gibt ja für die Liebe auch noch Weihnachten und den Geburtstag. Warum beim Grillfest mit Freunden immer erst das leckere dry aged und perfekt medium gebratene Steak aufessen? Es könnte mit uns Feuerwehrleuten doch alles viel schneller gehen, oder?

Sarkasmus aus, Vorurteile weg und Ernsthaftigkeit an! Die wenigsten rasen mit 250 km/h und auch nicht jeder guckt auf sein Handy im Stau. Viele hilfsbereite Menschen leisten bei einem Unfall oft und toll erste Hilfe. Die meisten Menschen filmen auch nicht das Leid und haben großen Respekt vor dem Schicksal anderer. Feuerwehrleute trinken gerne auch mal ein Bier. An den restlichen 360 Tagen im Jahr, retten löschen bergen und schützen Feuerwehrleute ganz nüchtern und konzentriert alles, damit der Bürger in Ruhe ein Bier trinken kann. Alarmfahrten erfordern eine hohe Konzentration und es geht immer ohne Umwege direkt zur Einsatzstelle. Wenn der Funkmeldeempfänger geht lassen Feuerwehrleute die Liebste oft genug stehen, um sofort zum Einsatz zu fahren. Und welches Schicksal kennen Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen noch? Aufgewärmtes Essen natürlich.

Aber es gibt eine wichtige Sache, eine Unaufmerksamkeit, welche sich nicht mit Vorurteilen und schwarzem Humor erklären lässt. Und diese eine Unachtsamkeit kostet uns Feuerwehren und Rettungsdiensten viel Zeit. Und kann mitunter sogar Leben kosten. Die nicht vorhandene Rettungsgasse auf der Autobahn!

Wir sind ohnehin mit den großen Löschfahrzeugen oder Rettungswagen nicht sehr schnell und wendig. Autobahnen sind oft ein großes Einsatzgebiet und erstrecken sich über viele Kilometer. Da dauert es auch bei freier Fahrt schon etwas länger. Müssen wir dann noch alle paar Meter auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen, weil (Zitat eines alten Zugführers) „der blöde P…. seine Sch…karre nicht auf die besch… Seite rüberfahren kann“, dauert es Ewigkeiten bis wir professionelle Hilfe leisten können.

Es ist aber einfach und letztlich so (Überlebens)wichtig. Zwischen der ganz linken Spur (die Fahrbahn wo man ganz schnell fahren kann) und der danebenliegenden Spur, muss die Gasse gebildet werden. Bei Stau UND stockendem Verkehr. Und der Standstreifen darf und soll ebenfalls voll genutzt werden. Auch wenn Kollegen der Autobahnpolizei da gerne mal lang fahren. Wenn die schnell irgendwo hinmüssen, sollten die eigentlich auch die Rettungsgasse nutzen und nicht den Pannenstreifen. Kleiner Belehrungsgruß an die Kollegen mit dem Schießeisen!

Fazit, seid einfach alle etwas aufmerksamer miteinander, untereinander und füreinander. Sei kein Haufen und mach Platz bei Stau. Es könnte ja auch deine Familie verletzt und eingeklemmt im Auto auf unsere Hilfe warten!

Vielen Dank!

Ein Feuerwehrmann

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