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Enrico Scholz, Feuerwehrmann und Gründer von FIRE & FIGHT, plaudert aus dem Nähkästchen und erklärt euch hier, was ein wirklich gutes Feuerwehr T-Shirt alles braucht

Wenig verwunderlich dürfte sein, dass die reinen Qualitätsfragen für Freizeit Feuerwehr Textilien sich nicht gar nicht so sehr von der normaler T-Shirts unterscheidet. Anders sieht es im Bereich von Einsatzkleidung aus. Dort müssen verschiedene Standards eingehalten werden. An dieser Stelle möchte ich nur auf die DIN ISO EN 11612 (http://www.din.de/de/mitwirken/normenausschuesse/nps/normen/wdc-beuth:din21:239340591) verweisen. Wer es ganz genau wissen will, welche Anforderungen an Feuerwehr Einsatzkleidung angelegt werden, dem hilft das Google bei einer Suche nach DIN ISO EN 11612 sicher und schnell weiter. Hier bei FIRE & FIGHT Streetwear findet ihr bisher wie die Marke selbst schon sagt nur Freizeitbekleidung.

Mythos Grammatur (das Stoffgewicht kurz GSM) eines T-Shirts sagt nichts über die Qualität aus

T-Shirts aus Baumwollstoff mit 140 -180 Gramm pro Quadratmeter sind oft besser als eines mit 200-220 g/qm. Häufig werden bei „schweren“ Stoffqualitäten minderwertigere Baumwollstoffe verwendet, um diese einfach zu dicken Garnen zu spinnen, damit sie halten. Aus feinem Garn jedoch lassen sich feine Gewebe und bessere Gewirke herstellen. Das klappt nur mit hochwertiger und langfaseriger Baumwolle.

In vielen Bereichen der Textilherstellung sind seit Jahren dünne Stoffe ein Zeichen für beste Faserqualität und weiterentwickelte Herstellungsprozesse. Bei Anzügen aus feinem Tuch oder Seide würde niemand dünne Qualitäten als minderwertig bezeichnen. Aufgrund der komplizierten Fertigungstechniken und besonders guter Rohfasern, werden dünne und feine Stoffe auch mit „Super 100“ und ähnlichen Begriffen zertifiziert.

Weshalb ist das beim T-Shirt anders?

Da hilft ein Blick auf die geschichtliche Entwicklung des T-Shirts. Einst als reine funktionale Unterwäsche entwickelt, spielten modische Aspekte und Lifestyle keine Rolle. Die damalige Standard-Oberbekleidung, wie Hemden und Sakkos, mussten vor Schweiß geschützt werden und gleichzeitig nur warmhalten. Die verwendete Baumwolle durfte nicht teuer sein und war für die „echte“ Oberbekleidung zu minderwertig. Diese einfachen und billigen Baumwollsorten wurden als dicke Garne in T-Shirts verarbeitet, die eine Stoffgrammatur von bis zu 200 g/qm hatten. Das war bis Mitte der 90iger Jahre noch die übliche und sehr einfache Standardausführung bei T-Shirts.

Übrigens, einer der ersten, der das T-Shirt als „coole“ Oberbekleidung angezogen hat, war der Schauspieler James Dean. Damals war es gesellschaftlich eher verpönt „Unterwäsche“ offen zu tragen und für die James Dean-Kultur ein Zeichen von Rebellion gegen die spießige Norm-Gesellschaft.

Heute sind T-Shirts echte Mode, Fashion und Lifestlye. Bestmögliche Baumwollgarne und Qualitäten sind nicht mehr nur für Anzüge, Hemden und Kleider in Verwendung. Modische T-Shirts mit Motiven, Designs oder Fun-Texten werden vornehmlich bei gutem Wetter getragen. Die Sonne brennt und man geht in den Biergarten oder ist mit Freunden unterwegs. Ein luftig-leichtes Tragegefühl mit feinsten Maschenstrukturen aus hochwertigem Jersey-Stoff und teuersten Baumwollgarnen entspricht dem Zeitgeist und den Anforderungen in den 2010ern.

Wer günstig kauft, kauft zweimal

Wer kennt es nicht: Bei der Anprobe macht ein T-Shirt einen perfekten Eindruck, schmeichelt der Figur und der Aufdruck leuchtet toll in allen Farben. Nach der ersten Wäsche dann die Ernüchterung und es sieht alles – im wahrsten Sinne des Wortes – ganz anders aus. Ein gutes T-Shirt dagegen trotzt vielen Waschgängen ohne Einbußen in der Qualität oder Form. Wir treffen häufig auf Events oder Messen Fans, welche noch heute stolz ihre Shirts aus der ersten und zweiten Kollektion tragen. Und hier hören wir immer wieder den Satz „lieber etwas teurer bei euch Einkaufen und dafür habe ich viel länger etwas von meinem Shirt“.

Worauf muss ich noch beim Kauf achten?

Die Nähte verraten enorm viel über die Qualität eines Textils. Sind diese gleichmäßig und fest oder lösen sich bereits einzelne Fäden komplett. Aber Achtung, etwas abstehen dürfen die Enden einer Naht immer leicht. Irgendwo hat eine Näherin mal angefangen zu nähen und an anderer Stelle endet dieser Prozess auch. Diese leicht abstehenden Enden werden zum Schluss immer fest verknotet. Sollte sich hier dennoch mal was lösen, bieten wir unseren Kunden den Service der Reparatur an und das ist sehr einfach zu machen.

Was ist die beste Drucktechnik?

Beplottert, bedruckt, bestickt, beklebt, bemalt, beflockt… ich wird hier noch bekloppt! Unzählige Möchtegern-Designer wollen mit ihren angebotenen T-Shirts nur eins, dein Geld. Der Traum vom Ed-Hardy Label oder Uncle Sam hat viele motiviert und der Markt ist übersäht mit T-Shirts in klein, groß, bunt, verrückt und allem was die Kreativität so hergibt. Doch wie so oft in anderen Bereichen des Lebens auch, bekommt man für sein Geld auch unter dem Stichwort Feuerwehr manchmal eher minderwertige Qualitäten und aufgedruckte Katastrophen. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, achte immer auf die Veredelung im Siebdruck. Alles andere hält auch, manchmal mehr und manchmal weniger, jedoch ist der Siebdruck immer noch die langlebigste und robusteste Drucktechnik überhaupt. Warum machen das dann nicht alle? Ganz einfach, der technische und finanzielle Aufwand ist sehr groß. Das aufgedruckte Design muss aufwendig in vielen Stunden entworfen und durchdacht sein. Für die Bedienung muss jemand an der Anlage stehen der es gelernt, also eine Ausbildung dafür gemacht hat. Der Drucker muss einen Großteil geschickt von Hand erledigen, also echte Handarbeit. Kleine Auflagen von nur 10 oder 20 Stück sind wirtschaftlich nicht tragbar. Und mehr als 100 Stück will sich kaum jemand auf Lager legen, weil dann noch Logistik-Kosten folgen. Für uns waren diese Merkmale von Beginn an nie eine Diskussionsgrundlage.

Was ist jetzt ein gutes T-Shirt?

Ich als Feuerwehrmann wusste, wenn wir für Feuerwehrleute und Retter T-Shirts bedrucken, brauchen die etwas robustes und langlebiges. FIRE & FIGHT T-Shirts werden ausschließlich im Plastisol-und Raster-Direkt-Siebdruck in Deutschland bedruckt. Die Farben enthalten keine Weichmacher (Phthalate), keine Formaldehyde und sind frei von PVC. Die verwendeten T-Shirts sind Fair-Wear und Oekotex Standard 100 zertifiziert. Als noch sehr junge Modemarke für Feuerwehrleute und Retter haben wir viel für euch getestet. Unzählige Muster von Werbetextil-Hersteller bis hin zu Premiummarken, es wurden Musterteile viele hundertmal gewaschen, getragen, bedruckt, vermessen und beurteilt. Wir haben sie fast alle gehabt. Schlussendlich sind wir auf die aktuelle Kollektion seit 4 Jahren sehr stolz. Alleine ihr als Fans gebt uns mit dem überwältigenden Feedback immer wieder Recht. Nicht zu Letzt ethische, ökologische und soziale Aspekte sind uns enorm wichtig, sondern auch modische Schnitte und bestmögliche Produktionsschritte haben wir zum Maßstab genommen.

Für manch einen sind die feinstrukturierten Jersey-Qualitäten als minderwertig und dünn empfunden. Diese Entwicklung ist jedoch kein Rückschritt, sondern aus unserer Sicht und Erfahrung eine Veränderung zum Besseren.

Jedem kann man es eh nie Recht machen. Vielleicht aber werden auch die letzten Kritiker mit der besseren und modischen Qualität eines Tages überzeugt sein.

Ausgewählte Feuerwehr T-Shirts findet ihr hier